Von Potsdam nach Workuta

In Potsdams Norden zwischen dem Pfingstberg und dem neuen Garten befand sich entlang der heutigen Leistikowstraße eine der Zentralen des russischen Geheimdienstes in Deutschland.

Haus Nr. 1, der authentische Ausstellungsort, diente vom 15. Ausgust 1945 bis in die 80er Jahre als Untersuchungsgefängnis, vornehmlich für Deutsche, ansonsten auch für Angehörige der sowjetischen Streitkräfte.

Die Verhaftungen und ihre Willkür, der Haftvollzug, die Urteile, die Verlegung in unterschiedliche Straflager sowie Zeiten und Gründe der Entlassung von Gefangenen sind Inhalt der Ausstellung.

Das Besondere sind Biografien und Dokumente einer Reihe überlebender Zeitzeugen, Deutsche wie Russen. Es sind Einzelschicksale, die beispielhaft für unzählige ehemalige Gefangene stehen und uns einerseits als Kriegsfolgeerscheinung, andererseits als Ausdruck kommunistischer Gewaltherrschaft eine Mahnung sind.

Erarbeitet wurde die Austellung von MEMORIAL Deutschland e.V.

1999 erschien von MEMORIAL auch das Buch (1,5 MB im PDF-Format) „Von Potsdam nach Workuta“ mit acht Beiträgen basierend auf Zeitzeugeninterviews. Herausgegeben wurde es von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.

Seit Mai 2003 gibt es zur Ausstellung einen ausführlichen Katalog.

Diese Ausstellung befand sich bis 2006 im Hochparterre.

Die Kinder von Hoheneck

Eine Ausstellung über die Schicksale der im Gefängnis und Lager Hoheneck geborenen Kinder, dargestellt von Margot Jann mit der Frauengruppe von Hoheneck und Andreas Latotzky.

40 Jahre lang brachte die DDR im Frauenzuchthaus Hoheneck politische Häftlinge unter: Frauen und junge Mädchen, die von sowjetischen Militärtribunalen und DDR-Gerichten zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden waren.

Wegen angeblicher Spionage, antisowjetischer oder antikommunistischer Propaganda, wegen „Staatsverleumdung“ oder nur wegen eines Fluchtversuchs oder dem hartnäckigen Bestehen auf Ausreise aus dem Staat des realen Sozialismus wurden die Frauen und Mädchen ihrer Würde beraubt und einem erniedrigenden Strafvollzug unterworfen.

Hier wuchsen auch die Kinder auf, die noch während der sowjetischen Besatzungszeit 1945-53 durch Vergewaltigungen der gefangenen Frauen entstanden waren.

Fotos, biografische Kurzberichte und Schriftdokumente zeigen in der kleinen Ausstellung das Schicksal ihrer Kinder und ihrer spät erhaltenen Freiheit.

Diese Ausstellung befand sich bis 2006 in der ersten Etage.

Lagepläne des Hauses vor 2006 mit Übersicht der einzelnen Ausstellungen (Besucherbetreuungs-Konzept, das der Gedenkstättenverein einst verfolgte)

Der Keller und das Hochparterre befassen sich ausschließlich mit in der Vergangenheit liegenden Themen. Die Ausstellungen der ersten Etage zeigen die Gegenwart und weisen in die Zukunft.

Kellergeschoss

Keller mit Sonder- und Dunkelzellen sowie Karzer und Wiederbelebungsraum

Hochpaterre

Hochparterre mit den Themen
„Die Kinder von Hoheneck“, „Workuta und andere Lager des GULAG“, „Sowjetische Lager in Russland“, „Zeit nach der Haft“ sowie Videofilmvorführungen und Bücherverkauf.

Erste Etage

Erste Etage mit den Themen
„Menschenrechte in Russland“, „Der 17. Juni und seine Auswirkungen“, weiterhin Requisiten, Dokumente und Berichte von Zeitzeugen.