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Nachruf für Gisela Kurze

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Gisela Kurze war 1997 seit der „ersten Stunde“ der Öffnung des ehemaligen KGB-Gefängnisses für die Öffentlichkeit dabei. Als Historikerin für die deutsche Abteilung von Memorial St. Petersburg e.V. wirkte sie an der Ausstellung „Von Potsdam nach Workuta“ entscheidend mit, kümmerte sich liebevoll um die Zeitzeugen, die in den Folgejahren ankamen und sich als Gefangene des Potsdamer KGB nach dem 2. Weltkrieg zu erkennen gaben. Für einige von ihnen gab sie deren biografischen Berichte als Broschüren heraus, übernahm viele Dienste des Arbeitskreises und späteren Vereins, der sich an den Wochenenden um die Besucher der Gedenkstätte bemühte und gewährleistete, dass das Haus nicht mehr abgerissen werden konnte. 1999 bis 2001 half sie der Potsdamer Gruppe von Amnesty International, Schulklassen zu betreuen, die einmal monatlich in das Thalia-Kino zu Filmen über Menschenrechte gezeigt wurden. In dem langen Prozess, der das Gefängnis des ehem. russischen Geheimdienstes zur Anerkennung als eine der Gedenkstätten des Landes Brandenburg werden ließ, wirkte die spätere Vorsitzende von Memorial Deutschland e.V. mit ihrer guten historischen Kenntnis und der russischen Sprache in unaufgeregter aber deutlicher und diplomatischen Weise mit. Vielen Zeitzeugen war sie ein Sprachrohr, die ihr zahlreiche öffentliche Zeitzeugengespräche verdankten. Die letzten 7 Jahre lebte sie zurückgezogen, ihre menschlische Wärme fehlte uns in Potsdam. Jetzt nach ihrem Tod am 2. Dezember 2023 bleibt uns große Dankbarkeit für alles, was sie für uns war.
Christian Albroscheit

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