Lesung mit der Autorin Grit Poppe am 16. April 25 um 18.00 Uhr in der Gedenkstätte

verschleppt verbannt verschwunden
Deutsche Kriegsjugend in Stalins Lagern und Gefängnissen

Musik: Wenzel Benn, Saxophon

Im letztes Jahr beim Mitteldeutschen Verlag erschienenen Sachbuch „Verschleppt, verbannt, verschwunden“ erzählen die Autoren Grit und Niklas Poppe die Schicksale Jugendlicher und junger Erwachsener nach, die in dem ehemaligen Gefängnis in der Potsdamer Leistikowstraße, der Untersuchungshaftanstalt der sowjetischen Geheimpolizei, unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt waren.
Es sind Leidensgeschichten und Hafterlebnisse Betroffener, die unschuldig und oft Jahre in einem der Speziallager der Sowjets und im Gulag verbringen mussten. Nicht wenige kamen um.
Etliche junge Menschen, darunter auch Potsdamer Schüler, wurden – nach Artikel 58 des Strafgesetzbuches der Sowjetunion – von dem sowjetischen Militärtribunal in der Leistikowstraße zum Tode verurteilt.
Am 18. April 1946 wurden drei der zum Tode verurteilten Potsdamer 16-jährigen Schüler der damaligen Zweiten Städtischen Oberschule für Jungen (heute Einstein-Gymnasium) vom sowjetischen Geheimdienst erschossen. Bereits im Mai 1946 erfolgte die nächste Erschießung Potsdamer Jugendlicher im Alter von 16 bis 19 Jahren.
Der 15-jährige Hermann Schlüter und der 16-jährige Heinz Schwollius (beide aus Potsdam) wurden nach dem Todesurteil zu mehrjähriger Lagerhaft begnadigt. Sie berichteten später von ihren Hafterlebnissen und von ihren ermordeten Freunden und wurden zu wichtigen Zeitzeugen.
Die Lesung soll an diese Schicksale erinnern.

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